Sonntag, 11. Dezember 2016

Ihr sollt gute Soldaten Jesu Christi sein - Ehrw. Augustinos Kantiotis

“Leide mit als ein guter Streiter Jesu Christi“ (2 Timotheus 2,3). Jeder Christ ist ein Soldat Jesu Christi, und er muss gegen furchteinflößende Feinde ankämpfen. 


a.) In unserem Herzen verbirgt sich unser schlimmster Feind (…). Deswegen sagten auch unsere antiken Vorfahren: „Der größte Sieg ist der Sieg über sich selbst“1. Magst du Ämter inne haben, oder sogar König oder Kaiser sein; was bringt dir das? Der Große Alexander, der Asiaten und Perser besiegte, wurde durch sich selbst besiegt. Denn er trank einmal zu viel und tötete im Zustand der Trunkenheit seinen Wohltäter Kleitos, der ihm einst das Leben gerettet hatte. Der Kampf gegen unsere verdorbenen Neigungen; man kann zum Heiligen werden oder aber zum Übeltäter, Diese zwei (Neigungen) kämpfen in unserem Inneren gegeneinander.
b.) Unser zweiter Feind ist die Welt. Was meinen wir damit, wenn wir „Welt“ sagen? Nicht etwa die Menschen, die Geschöpfe Gottes sind. In der Sprache der Heiligen Schrift bedeutet Welt, im negativen Sinne, die Gesamtheit der Menschen, die nicht an Christus glauben und den Glauben bekämpfen. Sie haben ein schlechtes Umfeld geschaffen, und dieses Umfeld übt Einfluss aus. Wir sollten die jungen Menschen nicht verurteilen. Wir haben Schuld, weil wir ein schlechtes Beispiel abgeben. Die Jugend ist nichts anderes als der Widerhall der Gesellschaft. Das Umfeld übt immensen Einfluss auf den Charakter eines Menschen aus. Aus diesem Grund muss der Christ sich einem solchen schlechten und obszönen Umfeld widersetzen. Was bist du für ein Christ? Bist du lebendig? Spürst du Christus, empfindest du Ihn als die kostbare Perle? Dann wirst du dich der Verdorbenheit der Welt verwehren, der „Mode“ und dem Fernsehen.
c.) Aber wir haben noch einen dritten Feind. Einige mögen sich darüber lustig machen, aber es ist leider eine Tatsache, dass es Satan ist. So sicher wie die Nacht existiert, so sicher existiert auch Satan.
Satan oder die finsteren Mächte, wie einige sagen, um das Wort Satan zu umgehen, ist aktiv.
Wir müssen deswegen auch bereit dazu sein, ihn zu bekämpfen. Unser Leben kann nicht bloß aus Erholung und Bequemlichkeit bestehen. Es ist die Zeit, (die uns gegeben wird), um zu kämpfen: den Kampf gegen unser schlechtes Selbst, der verdorbenen Welt, dem verschlagenen Satan und seinen Organen. Kämpfer müssen wir sein. Die Kirche hat immer Kämpfer hervorgebracht. Ein Kämpfer war auch Apostel Paulus, der uns animierte: “Leide mit als ein guter Streiter Jesu Christi“. Auch die anderen Apostel waren Kämpfer. Die Kirchenväter waren Kämpfer. Kämpfer waren auch die Schar von Märtyrern und Seligen. Und natürlich der alle anderen übertreffende Kämpfer, unser Herr Jesus Christus.
Oh, was ein ausgezeichneter und hervorragender Vers (2 Timotheus 2,3), der uns daran erinnert, dass das Leben kein Vergnügen ist, das Leben ist nicht das Anhäufen von Reichtum, das Leben ist nicht: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot“ (Jesaja 22, 13; 1 Kor 15,32). Sp lautet das Motto der Atheisten und der Materialisten. Leben ist gleich Opfer und Heroismus. Der Mensch ist nicht für Kleines und Unwichtiges erschaffen worden, sonder um Heldentaten zu vollbringen. Christentum bedeutet Aufopferung, das Opfern von allem; hohen Ämtern, Geld, Thronen, einfach alles. Das Christentum bedeutet Holocaust2. Seht euch das Weihrauchfass an. Warum weihräuchern wir, was bezwecken wir damit? Was bedeutet das Weihrauchfass? Der Priester legt brennende Kohlestücke in das Weihrauchfass, und auf diese den Weihrauch, der vollständig abbrennt und durch das Aroma duftet dann der ganze Tempel; so werden auch wir sein, wie Weihrauch, wenn wir alles opfern.
Diejenigen, die fest dazu entschlossen sind, alles auf' s Spiel zu setzen, werden siegen. Die Selbstverliebten, die Geldgierigen und die Verleumder werden die Verlierer sein. Leider sind es nur wenige Soldaten, die in der ersten Feuerlinie kämpfen. Viele werden zu Fahnenflüchtigen. Ihr sollt zu Opfern bereit sein. Sucht nicht nach sorgenfreiem Leben. Denn Christus sprach: „...in der Welt habt ihr Drangsal; aber seid getrost, ich habe die Welt besiegt“ (Jh 16.33) und: „Wenn euch die Welt hasst, so bedenkt, dass sie mich zuerst gehasst hat“ (Jh 15,18). Umso mehr wir ein christliches Leben führen und in der Gesellschaft aktiv sind und Christus abbilden, desto verhasster sind wir den Atheisten. Dann sollt ihr „fröhlich“ und „getrost“ sein, „denn denn euer Lohn ist groß in den Himmeln“ (Mt 5,12).
Ihr sollt ein geistliches Leben führen, durch die Beichte bei eurem Geistlichen Vater und der Teilnahme an der Heiligen Kommunion. Und betet auch für mich, den Sündigen, dass Gott Sich meiner erbarmen wird am Tag des Jüngsten Gerichtes.
Vergesst mich nicht in euren Gebet. Seht, weshalb die (Christen-) Verfolgung ein notwendiges Übel darstellt: Um uns dem Königreich Gott würdig zu erweisen. Die Atheisten und Antichristen schaden den Christen. Nicht weil sie so stark sind, sondern weil Gott es zulässt, damit die angeblich Starken durch die Schwachen gedemütigt werden, und sich die Schwachen für das Königreich Gottes als würdig erweisen. Gott könnte sie alle mit einem Blitz erschlagen, aber es ist notwendig, dass die Christen diesen Weg gehen. Denn einer ist der Weg, der in die Himmel führt, und das ist der Weg des Trübsal. „...Dass wir durch viel Trübsale müssen in das Reich Gottes gehen“ (Apostelgeschichte 14,22). Diesen Weg ist Christus gegangen, den Weg des Golgatha. Diesen müssen auch die Christen gehen. Wenn ein Christ viel Trübsal erleidet, so ist das ein Beweis, dafür, dass er ein gläubiger Christ ist. Wenn er ein gutes Leben und keinen Trübsal hat, so bedeutet das, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ihr sollt zu Vorbildern werden, denn wir brauchen Vorbilder, sie sind rar(...). Diejenigen unter euch, die das Eheleben gewählt haben (und nicht das Mönchsleben), sollt vorbildliche Mütter oder Großmütter sein, wie im unendlich großen Russland; dort hielten sie (den Verfolgungen) stand trotz der 75 Jahre der Verfolgung des Orthodoxen Glaubens. Seid Vorbilder, seid Lichter und schöpft spirituelles Licht aus aus dem unlöschbaren Licht. Und das unlöschbare Licht, das nie untergehende Licht, ist unser Herr Jesus Christus; Den ihr besingen und erhöhen sollt in alle Ewigkeit. Amen.

1Sophokles
2 Das Feueropfer, wie im Alten Testament – metaphorisch

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