Freitag, 14. Februar 2014

Hasset die Sünde


Weil es auch eine Liebe zu schlechten Dingen gibt, z. B. die Liebe der Unzüchtigen oder derer, die sich zu Gelderwerb und Raub zusammentun, oder der Zechgenossen bei Gastmählern und Trinkgelagen, so sagt der Apostel, indem er die Liebe, über die er spricht, von alldem rein hält: „Das Böse hasset heftig!“ Er sagt nicht: Enthaltet euch!, sondern: „Hasset!“, und nicht einfach: “Hasset!, sondern: “Hasset heftig!“ Weil es viele Menschen gibt, die zwar nichts Böses tun, aber doch das Begehren danach haben, darum sagt der Apostel.
„Hasset heftig!“ Denn er will, dass auch unser Inneres rein gehalten werde und dass wir Feindschaft, Hass und Krieg gegen die Sünde führen

Meinet nicht, will er sagen, dass mein Gebot „Liebet einander!“ so weit geht, dass ihr auch mit den Schlechten zusammenarbeiten sollt! Nein, gerade das Gegenteil gebiete ich: nicht bloß von der bösen Tat, sondern auch von der Neigung zum bösen sich frei zu halten; ja, nicht nur von der Neigung dazu sich frei zu halten; nein ihr sollt euch mit allem Abscheu davon abkehren und es hassen. Doch auch daran allein ist es nicht genug, sondern der Apostel will auch die Übung der Tugend haben, indem er sagt: „Haltet fest am Guten!“ Er sagt nicht nur tut es!, sondern: Haltet mit Begeisterung daran fest!

hl Johannes Chrysostomos (Goldmund)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen