Mittwoch, 4. Januar 2017

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Schauspieler Jonathan Jackson über seine Reise zur Orthodoxie, Teil 1



Dieser Text ist eine Übersetzung und Transkription eines Interviews des amerikanischen Schauspielers Jonathan Jackson, das er dem Radiosender Ancient Faith Radio und Vater Andrew Stephan Damick gewährte. Bewegend sind sein Ringen, sein Beharren, seine unerlässlichen Bemühungen, die Schwierigkeiten und sein unaufhörliches Gebet, dass Gott ihn zum wahren Glauben führe. Wir danken dem Dreieinigen Gott für Seinen Beistand, Der den Geschöpfen, die Ihn wahrhaftig suchen, ein treuer Wegbegleiter ist.
Anlass für dieses Interview war das öffentliche Bekenntnis des Starschauspielers im Jahre 2012, als er bei den Emmy Awards, während ihm ein Emmy für seine besonderes schauspielerischen Leistungen in General Hospital überreicht wurde, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie auch den Mönchen vom Heiligen Berg für ihr unaufhörliches Gebet dankte, indes er sich bekreuzigte. Das Interview fand im Februar 2012 statt.

Vater Andrew Stephan Damick: Am Mikrophon spricht Vater Andrew Stephan Damick und das ist eine etwas andere Sendung von Roads From Emmaus. Für gewöhnlich sitze ich hinter einem Mikrophon und wende mich an eine Gruppe von Menschen, die meinem Vortrag zuhören. Heute aber werden wir tatsächlich einen Dialog führen. Ich werde jemanden interviewen. Warum ich dies tue? Der Grund dafür ist, dass ich mich sehr einsetze für Fragen der Gemeinde und allem Regionalen und allem, das damit direkt verbunden ist. Als ich erfuhr, dass unser heutiger Gast sich an der Ostküste befindet, haben wir sofort beschlossen, einen Weg zu finden, mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Wir befinden uns in diesem Moment auf dem Parkplatz des Flughafens Newark Liberty International Airport, von dem er sich in Kürze mit dem Flugzeug zurück an die Westküste begeben wird.
Unser heutiger Gast ist Herr Jonathan Jackson, der Schauspieler und Musiker ist, bekannt vor allem durch seine Gastrolle als Lucky Spencer in der Fernsehserie General Hospital, wo er in den letzten Jahren mitspielt– nun, sie glauben, du machst gerade eine Pause- aber du bist auch im Film Tuck Everlasting, der vor ungefähr 10 Jahren erschien, zu sehen. Er hat vier Emmys gewonnen und Jonathan verkörpert parallel dazu eine Rolle in einer Serie bei Fox Channel namens The Sarah Connor Chronicles, die ein Ableger der Terminator Filme ist. Er hat seine eigene Band namens Enation und befindet sich deshalb gerade hier, an der Ostküste.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich einen Serienstar interviewe. Nun, der Grund dafür ist, dass er und seine Familie jetzt Katechumenen der Orthodoxen Kirche sind. Also, ich danke dir, dass du hier bei mir bist, es ist mir eine Ehre, wirklich.
Jonathan Jackson: Ich danke Ihnen ebenfalls, Vater. Die Ehre ist ganz auf meiner Seite. Ich schätze das wirklich sehr. Ich freue mich, hier zu sein. Vater Andrew: Meine erste Frage lautet, wie bis du bis bisher gekommen? Welche religiösen Erfahrungen hast du gemacht? Jonathan Jackson: Meine Eltern wuchsen beide als Adventisten des Siebten Tages auf, über fast vier Generationen zurück, jeder von ihnen, als Adventisten des Siebten Tages. So wuchs ich auch auf, es war ein Teil meiner christlichen Erziehung, fast bis ich 9 oder 10 Jahre alt war. Meine Eltern distanzierten sich dann allmählich von dieser Konfessionsgemeinschaft. Wir zogen nach Los Angeles, als ich 10 war, gerade 11 wurde und ich begann sehr schnell, als Schauspieler zu arbeiten. Ich begann bei General Hospital als ich 11 war, sehr früh bereits...
Vater Andrew: Genau! Und die Zuhörer, die etwas älter sind, werden sich bestimmt an das beliebte Paar Luke und Laura erinnern, Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Jonathan verkörperte damals ihren Sohn, Lucky. So wurdest du also zu einer der wichtigsten Figuren in der Welt der Fernsehsoaps.

Jonathan Jackson: Als ich nach L.A. zog, hatten wir keine Kirche, in die wir gehen konnten. Ich und mein Bruder, Richard L. Jackson, er ist auch Schauspieler und Mitglied von Enation, hörten Kassetten verschiedener Prediger, fast jeden Abend in der Woche. Und das war irgendwie unsere Kirche, unser geistiges Leben.
Ungefähr fünf Jahre lang, von meinem 11. bis zu meinem 16. Lebensjahr, besuchte ich in L.A. Fast nie eine Kirche. Ich hörte nur diese Kassetten und begann apologetische spirituelle aufs Christentum fokussierte Bücher zu lesen, als ich um die 12 oder 13 Jahre alt war. Einige der Predigten hatten mich tief, wirklich tief berührt, und da fing mein Leben an, eine ernsthafte Wendung zu nehmen, zu einer Verbindung mit Gott hin. Ich las das Buch von C.S. Lewis
Mere Christianity und The Great Divorce und all diese großen Bücher.

Vater Andrew: Exzellente Materie!
Jonathan Jackson: Exzellente Materie, ja. Es brachte mich tatsächlich auf einen Weg, als ich 12-13 Jahre alt war. Aber ich ging immer noch nicht zur Kirche. Ich sah keinen Sinn darin. Es kam mir unsinnig vor. Ich liebte Gott, ich liebte Jesus, aber die Kirche war für mich ein verworrener Begriff. Es fast so... es war für mich etwas so... Sinnloses. Ich dachte, dass es keinen Grund dafür gibt, dorthin zu gehen, wo ich doch Bücher las und die Kassetten hörte.
Vater Andrew: So war das also. Nur „Ich und Jesus“, richtig?
Jonathan Jackson: Richtig, ja, genau so. Und zur selben Zeit empfand ich dieses weltumfassende Gefühl. Ich fühlte immer, dass ich.... ich wollte einfach keiner Konfessionsgemeinschaft angehören. Ich wollte ein Teil der globalen christlichen Bewegung sein. Ich hatte keine bestimmte Vorstellung darüber, was das bedeuten kann, eine universale Kirche, aber ich fühlte mich verbunden mit C.S. Lewis, der aus einer früheren Generation stammt, aus England, und ich dachte...
Vater Andrew: Er war Anglikaner.
Jonathan Jackson: Anglikaner war er, richtig. Aber für mich war es in etwa so: Da war jemand, mit dem ich mich verbunden fühlte. Die Konfessionsgemeinschaften stellten für mich etwas sehr merkwürdiges dar, um ehrlich zu sein. Und als ich ungefähr 17 Jahre alt war, begannen wir nach einigen christlichen Kirchengruppierungen zu suchen, mehr aus dem charismatischen, konfessionslosen Spektrum, der protestantischen Welt.
Vater Andrew: Und wie alt bist du jetzt?
Jonathan Jackson: 29.
Vater Andrew: 29. Wie bist du von dieser Phase am Ende deiner Pubertät zum Heute gelangt? Du bist Katechumenos der Orthodoxen Kirche.
Jonathan Jackson: Vor einigen Jahren noch, wusste ich nicht einmal, was dieses Wort bedeutete.
Vater Andrew: Ja, es ist ein orthodoxes Schibboleth.
Jonathan Jackson: Als ich mich mehr in den Kreis der Charismatischen involviert hatte, organisierten wir eine Hauskirche in Burbank für zweieinhalb Jahre, die ich und mein Bruder, zusammen mit meinen Eltern, im Grunde die meiste Zeit über leiteten. Ein Pastor, mit dem wir in Kontakt standen, kam ab und zu in die Stadt, um die Dinge zu beaufsichtigen. Wir taten dies zweieinhalb Jahre lang mit mir und noch anderen 15-20 Schauspielern und anderen Persönlichkeiten aus dem Filmgeschäft, die fast jedes Wochenende anwesend waren.
Vater Andrew: Das heißt, dass deine Familie den Kern dieser Gruppe ausmachte, aber später noch andere Mitglieder hinzukamen?
Jonathan Jackson: Ja, das war etwas wirklich besonderes. Es war für uns eine sehr intensive Periode und eine großartige Erfahrung. Ich ging in den Staat von Washington zurück, als ich heiratete. Ich bin verheiratet – im Juni sind es schon 10 Jahre.
Vater Andrew: Hast du mit 19 geheiratet?
Jonathan Jackson: 20. Ich war gerade 20 geworden.
Vater Andrew: Bravo! Ich persönlich bin für die Heirat in jungen Jahren, das möchte ich an dieser Stelle gerne betonen.
Jonathan Jackson: Danke. In der Tat, ich habe sehr früh geheiratet und ich habe bereits drei Kinder. Ein 8-jähriges, ein 6-jähriges und ein 17-monatiges.
Vater Andrew: Gott sei Dank!
Jonathan Jackson: Ja, es ist wunderbar. Wie dem auch sei, ich blieb in dieser charismatischen Bewegung 10 Jahre lang. Und erlebte einige sehr schöne, außergewöhnliche Erfahrungen. Da war etwas und ich glaube, dass viele Menschen der charismatischen Bewegungen von der Orthodoxie angezogen werden, weil viele der rationalisierten Elemente, die andere protestantische Bewegungen aufweisen, in Wahrheit eine Distanzierung vom Heiligen Geist darstellen - ein sich Entfernen von allem Mystischem und Übersinnlichem. Ich glaube, dass im Herzen dieser Charismatiker die Sehnsucht besteht, Gott zu begegnen und Seine Erfahrung zu erleben, das Mysterium Seines Seins.
Vater Andrew: Die Worte, die du benutzt, sind exzeptionell.
Jonathan Jackson: Ihnen fehlt die Überlieferung der Kirche. Sie fehlt ihnen einfach und erzeugen deswegen neue Überlieferungen; ich glaube jedenfalls, dass die meisten dieser Menschen das Herz am rechten Fleck haben. Sie suchen nach Gott. Sie suchen nach dieser Begegnung. Und ich glaube, dass viele von ihnen Antworten im ursprünglichen Glauben und somit auch ihr „Heim“ finden würden. Ich bin jedenfalls ein solcher Fall.
Vater Andrew: Und wie hat alles angefangen, wie ist es zu diesem Wechsel gekommen? Welche Offenbarung, welcher „Katalysator“ hat dich (geistig) bis hierher gebracht?
Jonathan Jackson: Wissen Sie, ich bin nach Rumänien gereist, um einen Film zu drehen. Ich bin dafür ungefähr dreieinhalb Monate in Bukarest geblieben.
Vater Andrew: Was für ein Film ist das gewesen?
Jonathan Jackson: Es ist eine lustige Geschichte. Der Film hieß am Ende The Seeker: The Dark ist Rising. Es ist ganz interessant, weil ich eine fabelhafte, sehr fabelhafte Rolle verkörperte, ich war Nebenhauptdarsteller; ich spielte einen sehr wichtigen Part für den Film. Er basierte auf einem Buch und ich war dort für dreieinhalb Monate für die Dreharbeiten und als man den Schnitt durchführte beschloss man auf einmal, meine Rolle vollständig aus dem Film zu entfernen.
Vater Andrew: Na prima.
Jonathan Jackson: Es geschah nun einmal, und jetzt bin ich nicht in diesem Film zu sehen. Aber ich glaube, dass der Grund für meine Anwesenheit dort in Wirklichkeit ein ganz anderer war.
Vater Andrew: Ja, die Göttliche Vorsorge.
Jonathan Jackson: Ja, und ich ging mit meiner Frau und den Kindern, ich hatte damals zwei Kinder, Caleb und Adora. Wir blieben dreieinhalb Monate in Rumänien und es war ein intensives Erlebnis. Wir lebten in Bukarest, in einem intensiven Umfeld. Interessant ist, dass ich nicht dort etwas über die Orthodoxie lernte.
Vater Andrew: Wirklich? Dort gibt es an jeder Ecke Orthodoxe Kirchen!
Jonathan Jackson: Es hätte eigentlich anders sein müssen, aber wie ich ihnen bereits geschildert habe, empfand alles Alte nur als erdrückend und übertrieben religiös. Es war ein Vorurteil. Ich kannte es nicht anders. Ich besuchte einige orthodoxe Kirchen, die sehr klein waren, überall war viel Gold und alles war sehr fremd für mich. Und ich habe wirklich nicht sonderlich nachgedacht darüber. Ich dachte – und meine Frau dachte das gleiche, sie wuchs als römisch- Katholische auf – dass die Orthodoxie so etwas wie „einen merkwürdigen Cousin“ des römisch-katholischen Glaubens darstellte. Das war unsere Meinung darüber.
Vater Andrew: Ja, wir hören das öfters!
Jonathan Jackson: Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, tiefer zu graben. Ich dachte nur, dass es sich um einen bizarren Ableger Roms handelt, oder so.
Vater Andrew: Hast du damals auch Gottesdienste besucht, oder hast du die Kirchen nur besichtigt?
Jonathan Jackson: Wir haben die Kirchen nur besichtigt. Das erst, das wir taten, als wir ankamen, war eine Orthodoxe Kirche zu besichtigen. Und das erste, das uns widerfuhr, war von Zigeunern bestohlen zu werden. Ganz im Ernst! Es war nicht gerade ein „Willkommen in Rumänien“!Rumänien ist wunderbar, aber was geschah? Ich hatte eine Woche Urlaub von den Dreharbeiten und meine Frau ist Italienerin. So sagten wir uns: „Lasst uns Rom besuchen“.
Vater Andrew: Ja, es ist nicht wirklich weit weg.
Jonathan Jackson: Ja, es ist nicht weit weg. Wir waren bestimmt schon zwei Monate in Bukarest. So gingen wir nach Rom und dort muss es gewesen sein, wo ich mich zum ersten Mal ungefähr so gefühlt habe: „Moment mal, in diesem Glauben, im Christentum, gibt es eine größere Tiefe als ich mir je vorgestellt hatte. Und er beginnt nicht bei den Gründervätern von Amerika“.
Vater Andrew: Deine Frau war gläubig römisch-katholisch, als ihr geheiratet habt?
Jonathan Jackson: Nein, nein, denn sie verlor ihren Glauben, als sie 20 Jahre alt war, sie machte eine sehr dunkle Zeit durch. Das ist eine andere Geschichte, eine sehr starke Geschichte, darüber, wie wir zusammengekommen sind. Sie kehrte zu Christus zurück während der Zeit der Hauskirchen.
Vater Andrew: Ich verstehe. Habt ihr euch so kennengelernt, durch die Kirche?
Jonathan Jackson: Sie war Schauspielerin und spielte in General Hospital mit, so kreuzten sich unsere Wege,. Erst während der Emmy Awards fingen wir eigentlich an, uns verbunden zu fühlen, weil es sie innerlich irgendwie berührt hatte, dass ich Christus dankte, als ich den Preis annahm. Sie hatte sich damals entfernt vom Herrn.
Vater Andrew: Wundervoll.
Jonathan Jackson: Einerseits hatte sie daran Anstoß genommen, andererseits hatte es sie auch fasziniert. Als meinte sie: „Man kann so etwas nicht einfach sagen“.
Vater Andrew: Ich verstehe, es war so, als wäre „Christus auf einmal dort oben“!
Jonathan Jackson: Sie war jedenfalls nicht römisch-katholisch. Sie war da, wo ich auch damals war, nämlich ohne Konfessionsgemeinschaft. Ich erwartete, wage ich zu sagen, eine Art religiöser Bigotterie in Rom, ich dachte, dass ich nach Rom gehen und empfinden würde, dass es sich um ein übertrieben religiöses unterdrückendes Umfeld handelte, es müsste einfach so sein! Nun, genau das Gegenteil war der Fall! Ich war dort am Palmsonntag und es war einfach wunderschön. Palmzweige waren auf den Straßen verteilt worden und Papst Benedikt sprach vor den Gläubigen. Wir befanden uns drei Hausblocks entfernt vom Heiligen Petrus und es war magisch. Es gab eine große Tiefe in all dem und ich wusste nicht warum. Im Kolosseum gibt es dieses große Kreuz und es bewegte meine Frau und mich so sehr, dass wir uns dort bei den christlichen Märtyrern befanden... eine Sache ist es, in Büchern darüber zu lesen, eine andere ist es, wirklich dort zu sein und es zu realisieren. Das war die Reise, die in mir etwas weckte. Ich dachte:„Ich muss mehr lernen über die Geschichte des Christentums“. Wir sind dann nach Rumänien zurückgekehrt. Ich bestellte ein Buch von Justo L. Gonzalez. Er ist ein hervorragender Historiker. Er verfasste ein Buch namens Geschichte des Christentums heißt, in zwei Bänden. Ich habe den ersten Band gelesen, er ist Protestant, aber er öffnete mir trotzdem die Augen was die Geschichte des Christentums betrifft. Das war das „Hasenloch“ (wie bei Alice im Wunderland), denn wenn man diese Tür geöffnet hat, denkt man: „Wow! Woher kommt das alles nur?“
Vater Andrew: Da ist ein alter Spruch von John Henry Newman, den du wahrscheinlich auch schon einmal gehört hast; er war Anglikaner und trat zum römisch-katholischen Glauben über. Er sagte: „Um tief in die Geschichte einzudringen, musst du aufhören, Protestant zu sein“.
Jonathan Jackson: Ja. Ja, wissen Sie, es ist merkwürdig, denn ich habe ihn gelesen. Weil ich nach Rom gegangen war, waren auch alle Bücher, die ich anfing zu lesen, entweder katholisch oder protestantisch und die Orthodoxe oder Morgenländische Kirche wurde fast nirgendwo erwähnt. 

OBITUARY OF ARCHIMANDRITE PANTELEIMON



Archimandrite Panteleimon, founder of the Holy Transfiguration Monastery in Brookline, Massachusetts, fell asleep in peace this morning, Tuesday, December 14/27, at 5 a.m., of kidney failure, at the monastery.

He was born John Metropoulos in Detroit, Michigan, on June 21, 1935. When his elder brother was incurably sick he made a vow that if his brother were healed, he would become a monk in the Russian monastery of Saint Panteleimon on Mount Athos. His brother being healed, John went to Mount Athos and fulfilled his vow, receiving as a monastic name that of the Patron Saint of the monastery.

While on Mount Athos he made the acquaintance of the saintly Elder Joseph the Cave-dweller (†1959), who spiritually took him under his wing. Because of problems with his papers, Father Panteleimon had to return to the United States in 1958 and, while in Boston seeking to return to the Holy Mountain, he received a letter from the Elder Joseph in which he gave him the obedience to found a monastery in the United States. Daunted by such a task, he lived here and there in the Boston area, often almost homeless, until the Holy Transfiguration Monastery was founded by him and the late Father Arsenius in 1961.

Over the fifty-five years that the Brotherhood has existed, it has been spiritually guided by Father Panteleimon. While his achievements are many, it should be noted in particular that he encouraged and even insisted upon translating the Church services, such as the Menaion, Pentecostarion, and Prayer Book, and patristic texts such as The Ascetical Homilies of Saint Isaac the Syrian, into English, the language of the land, which he considered a missionary and Apostolic labor; painting icons according to the traditional style of Byzantine iconography as championed by the blessed Fotios Kontoglou; producing incense in the Athonite style; and supporting ourselves by the work of our own hands rather than depending on donations. Above all he taught us to keep the Orthodox Faith with love and exactness as we have received it from the holy Fathers, avoiding the two extremes of compromising our confession of faith on the one hand, and of a fanaticism that considers that only oneself will be saved on the other.

In 2012 he was diagnosed with terminal pancreatic cancer and retired to our hermitage of the Holy Apostles on the coast of Maine, where he spent the next three years in prayer and in composing a paper entitled “The Controversy of the Holy Name on the Holy Mountain in 1912” which the monastery hopes to distribute in the near future. In February of this year he became so sick that he was rushed to the hospital in Boston, where they found his kidney function so low they did not think he would be revived, having blacked out. Yet he did, and they considered it something of a miracle. From then he was forced to return to the monastery in Brookline, where he finished the paper, composed his last will and testament, and then began to decline quickly in November. By the mercy of God he was bed-ridden for only the last week, with fluid in his lungs for the last few days. He is now at rest, with a deeply peaceful expression on his face. The funeral will be held at the monastery on Thursday at 10 a.m.

Holy Transfiguration Monastery, Brookline, MA

source: http://apantaortodoxias.blogspot.gr

The Baptism of Russia by Metropolitan Hilarion

Erzbischof Johannes von Shanghai und San Francisco, Saint John Maximovitch of Shanghai and San Francisco

Freitag, 23. Dezember 2016

Die ehrwürdigen Gaben der drei Könige bzw. Weisen in Griechenland

Allbekannt ist, dass die sogenannten drei Könige oder Weisen durch einen besonderen Stern (der orthodoxen Überlieferung nach handelte es sich um einen Engel) auf die Geburt, dem Fleische nach, unseres Herrn Jesus Christus aufmerksam wurden und diesem Stern folgten, um den jungen "König", wie sie meinten, zu verehren und Geschenke darzubieten: Gold Weihrauch und Myrrhe.
Weniger bekannt in nicht-orthodoxen Ländern ist, dass diese Gaben uns Menschen mit Gottes Segen erhalten geblieben sind und im Kloster Heiliger Paulos auf dem Heiligen Berg bis heute aufbewahrt werden.
Gestern, den 22.12.2016, sind die heiligen Gaben, die durch ihren Kontakt mit unserem Erlöster Jesus Christus und der Allheiligen  Gottesgebärerin mit göttlicher Gnade durchtränkt sind, nach Thessaloniki, in die Kirche der hl Anastasia übergeben worden, wo sie den Gläubigen während der kommenden Festtage Kraft und Andacht schenken sollen.

Die Geschichte der ehrwürdigen Gaben, wie sie nach Griechenland kamen

Die Geschichte, wie die Gaben nach Griechenland kamen, ist eine ganz besondere, die wieder einmal die unbeschreiblichen und unvorhersehbaren Wege Gottes verdeutlicht, Seine Vorsorge und Fürsorge, die uns stets begleitet, selbst wenn wir uns verlassen fühlen.

In der großen Stadt Konstantinopel wurden über viele Jahrhunderte hinweg viele Schätze des Christentums aufbewahrt, wie u.a. das Kreuz des heiligen Konstantin und der Stab Mose. In der Kirche der Allheiligen (der sogenannten des Pharos), die sich im südlichen Teil des Palastes befand, der seinerseits auf dem südlichen Ende der Halbinsel von Konstantinopel am Bosporus erbaut worden war, befanden sich besonders sorgfältig geschützt heilige Gebeine der heiligen Unschuldigen Kinder (die von Herodes ermordet wurden), ein Teil der Tuches, in das Jesus Christus als Neugeborenes Kind gewickelt war (dieses wurde um 1205 dem König von Frankreich Philipp II. übergeben, der es nach Paris brachte). Die ehrwürdigen Gaben wurden hingegen in der Kirche Hagia Sophia aufbewahrt, im damaligen Zentrum des Orthodoxen Christlichen Glaubens.

Der heiligen Überlieferung der Kirche nach hatte die Allheilige Gottesmutter vor ihrer Entschlafung die Gaben an die Kirche von Jerusalem übergeben, zusammen mit anderen wichtigen Reliquien, wie u.a. dem ehrwürdigen Gürtel der Gottesgebärerin und ihrem Gewand, wo sie auch bis zum Ende des 4. Jh blieben. Kaiser Arkadios überführte daraufhin die Reliquien nach Konstantinopel.

Nach dem Überfall und der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzritter wurden die Reliquien aus Angst vor Diebstahl in die vorläufige Hauptstadt, nach Nicäa in Bithynien (griechisch Βιθυνία), gebracht. Nach der Zurückeroberung der Stadt Konstantinopel durch Kaiser Michael dem Palaiologen wurden sie erneut in der Hagia Sophia aufbewahrt, bis die Osmanen Konstantinopel eroberten.
Nach dem Fall Konstantinopels geschah folgendes: Maro (Despoina) Branković (auch Despina Hatun), die Gattin von Sultan Murad II. (1421-1451) und Stiefmutter von Mehmet II., war serbische Prinzessin und orthodoxe Christin, Tochter des serbischen Herrschers Durad od. Georgios Branković. Ihr Bruder hatte als Mönch auf dem Hl Berg gelebt, im hl Kloster Hilandariou, das sie großzügig unterstützte, wie auch das Kloster hl Paulos, wie bereits vor ihr ihr Vater, Georgios. So übergab sie im Jahre 1470 die ehrwürdigen Gaben der drei Weisen dem Kloster Heiliger Paulos auf dem Heiligen Berg. Maro war gottesfürchtig und der Sultan ließ sie ihren Glauben ohne Einschränkungen praktizierten. Ihr standhaftes, kluges und liebenswürdiges Wesen sorgten dafür, dass sie von allen, auch den Muslimen, vor allem von ihrem Stiefsohn Mehmet II., allzeit respektiert wurde. Solange sie lebte wurden die Rechte der Christen in höherem Maße respektiert.
Doch es gibt noch eine Überlieferung, eine Geschichte davon wie Maro die Gaben dem Kloster auf dem Heiligen Berg übergab: Die Gütige wollte, aus Unkenntnis darüber, dass es Frauen nicht gestattet ist, den Heiligen Berg zu betreten, die ehrwürdigen Gaben eigenhändig dem Klosterabt überbringen. Sie schickte dem Abt einen Breif und informierte ihn über ihr Kommen. Der Abt wusste sich nicht zu helfen, er zögerte, ihr eine Absage zu schicken oder sie zurechtzuweisen, sodass alle Mönche sich im Gebet an Gott wendeten und Ihn um Beistand baten. Als ihr Schiff anlegte stieg sie aus, in ihren Händen die Gaben tragend, während die Mönche ihr entgegenkamen. Plötzlich ertönte eine furchterregende Stimme, die sprach: "Maria, gehe nicht weiter". Sie erschrak udn der Klosterabt erklärte ihr, dass es den Frauen nicht gestattet sei, den Heiligen Berg zu betreten. Sie bat die Allheilige Gottesmutter demütig um Vergebung. An der Stelle, wo sich dieses zutrug, steht heute ein Kreuz zur Erinnerung, der "Kreuz der Königin" genannt wird.

Kloster Heiliger Paulos - Heiliger Berg 

 

Die ehrwürdigen Gaben

Photographien der ehrwürdigen Gaben

















Donnerstag, 22. Dezember 2016

Orthodoxe Maya in Guatemala - Orthodox Christianity in Guatemala (Mayan Orthodoxy)




 Im fernen Guatemala in Zentralamerika haben sich vor kurzem ca. 100.000 junge Menschen (Maya) zum Orthodoxen Christentum bekehrt und die Heilige Taufe erhalten. Die Kirche wächst stetig, mit dem Segen Gottes und dem Einsatz von Vater Andreas, dem Nachfolger von Vater John Tsakos, der die Erde ebnete. 
Die Gläubigen hungern und dürsten nach Christus und setzen sich für die Kirche und das philanthropische Werk der Kirche ein. 
Zur Zeit wird daran gearbeitet, medizinische Einrichtungen zu schaffen. 





siehe auch: https://lightofdesert.blogspot.gr/search?q=Mayan

Dienstag, 20. Dezember 2016

Arabic Greek Orthodox Christmas Hymns: Jordan Choir (Jordan)

ÜBER DIE KRANKHEIT - seliger Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia

Mein Christus, Deine Liebe ist grenzenlos
 

Ich danke Gott, der mir viele Krankheiten gegeben hat (1). Oft sage ich zu Ihm: "Mein Christus, Deine Liebe ist grenzenlos!" Wie ich lebe, ist ein Wunder. Nebst anderen Krankheiten habe ich auch ein Krebs­geschwür an der Hypophyse. Dieses Geschwür vergrössert sich und drückt auf den Sehnerv. Deshalb sehe ich jetzt nichts mehr. Ich habe entsetzliche Schmerzen. Doch ich bete und nehme das Kreuz Christi auf mich mit Geduld. Seht ihr meine Zunge, wie sie ist? Sie ist ange­schwollen, sie ist nicht wie früher. Auch das rührt vom Krebs her, den ich im Kopf habe. Wenn sie noch grösser wird, werde ich Schwierig­keiten haben beim Reden. Ich habe grosse Schmerzen, ich leide sehr, doch meine Krankheit ist sehr schön. Ich empfinde sie als Liebe Christi. Ich bin bewegt und danke Gott. Es geschieht wegen meiner Sünden. Ich bin ein Sünder, und Gott bemüht sich, mich zu läutern.


Als ich sechzehn Jahre alt war, bat ich Gott, mir eine schwere Krankheit zu senden, einen Krebs, damit ich leide um Seiner Liebe wil­len und Ihn verherrliche inmitten der Schmerzen. Während langer Zeit betete ich in dieser Weise. Doch dann sagte mir mein Gerontas, das sei Egoismus und so nötige ich Gott. Gott weiss, was Er tut. Deshalb hörte ich auf damit. Doch seht, Gott hat meine Bitte nicht vergessen und mir diese Wohltat geschenkt, nach so vielen Jahren!
Jetzt bitte ich Gott nicht, dass Er mir das, was ich von Ihm erbeten hatte, wieder nehme. Ich freue mich, es zu haben, sodass auch ich wegen meiner grossen Liebe teilhaben darf an Seinen Leiden. Ich habe die Züchtigung Gottes. Wen der Herr liebt, den züchtigt Er (Hebr 12,6). Meine Krankheit ist eine besondere Gunst Gottes, die mich ruft, in das Geheimnis Seiner Liebe einzutreten und mit Seiner Gnade zu versu­chen, darauf zu antworten. Doch ich bin nicht würdig. Ihr werdet mir sagen: "All die Dinge, die Gott dir offenbart hat, machen sie dich nicht würdig?" Eben sie sind es, die mich verurteilen. Denn diese Dinge gehören der Gnade Gottes. Nichts gehört mir. Gott hat mir viele Charis­men geschenkt, aber ich habe nicht entsprechend geantwortet. Ich habe mich als unwürdig erwiesen. Das Bemühen darum aber habe ich kei­nen Moment aufgegeben. Vielleicht wird Gott mir Seine Hilfe ge­währen, damit ich mich Seiner Liebe übergebe.


Aus diesem Grund bete ich Gott nicht darum, dass Er mich gesund mache, sondern darum, dass Er mich gut mache. Ich bin sicher, dass Gott weiss, dass ich Schmerzen habe. Doch ich bete für meine Seele, damit Gott mir meine Fehltritte vergibt. Ich nehme keine Medikamente, ich liess mich nicht operieren, auch nicht untersuchen, und ich werde nicht einwilligen in eine Operation. Ich überlasse es Gott, die Dinge so zu regeln, wie Er will. Das Einzige, was ich tue, ist dies – ich bemühe mich, gut zu werden. Um dies betet auch ihr für mich. Die Gnade Gottes hält mich. Ich bemühe mich, mich Christus zu übergeben, mich Christus zu nähern, einszuwerden mit Christus. Das möchte ich, doch es mir noch nicht gelungen – ich sage das nicht aus Demut. Doch ich lasse meinen Mut nicht sinken. Ich fahre fort, mich zu bemühen. Ich bete, damit Gott mir meine Sünden vergibt. Ich habe viele gehört, die sagen: "Ich kann nicht beten…" Solches ist mir nicht widerfahren. Nur einmal, am Tag meines Ungehorsams auf dem Heiligen Berg, da geschah mir das.
Es kümmert mich nicht, wie lange ich noch leben werde und ob ich leben werde. Dies habe ich der Liebe Gottes überlassen. Es geschieht oft, dass die Menschen nicht an den Tod denken wollen. Sie tun das, weil sie leben wollen. Dies ist einerseits ein Beweis für die Unsterblich­keit der Seele. Andererseits aber, ob wir nun leben, ob wir nun sterben, wir gehören dem Herrn (Röm 14,8). Der Tod ist eine Brücke, die uns zu Christus führt. Sobald wir unsere Augen schliessen, öffnen wir sie in der Ewigkeit. Wir werden vor Christus erscheinen. Im anderen Leben werden wir die Gnade Gottes viel intensiver erfahren.

Ich empfand grosse Freude beim Gedanken,
dass ich bald dem Herrn begegnen würde

Einmal war ich dem Tod nahe (2). Ich hatte schwere Magenblutungen
erlitten wegen dem Cortison, das man mir im Spital gegeben hatte, als ich am Auge operiert wurde, welches ich letztlich verlor. Damals wohn­te ich in einem kleinen Hüttchen. Das Kloster war noch nicht erbaut. Ich war so erschöpft, dass ich nicht einmal begriff, ob es Tag war oder Nacht. Ich war dem Tod nahe, doch ich überlebte. Ich verlor enorm an Gewicht. Der Appetit verging mir. Drei Monate lang nahm ich pro Tag nur drei Löffel Milch zu mir. Eine Ziege rettete mich!
Ich lebte mit dem Gedanken meines baldigen Hingangs. Ich emp­fand grosse Freude beim Gedanken, dass ich bald dem Herrn begegnen würde. Ich spürte die Gegenwart Gottes innigst in mir. Und Gott wollte mich damals mit einer grossen Segnung stärken und trösten. Zu wie­derholten Malen, wenn ich fühlte, dass meine Seele drauf und dran war, hinzuscheiden, sah ich am Himmel einen Stern, der funkelte und rings­um wunderbar süsse Strahlen aussandte. Er strahlte hell und überaus süss. Er war wunderschön! Sein Licht hatte solche Süsse. Seine Farbe war blau, ein helles Himmelblau, wie ein Diamant, wie ein Edelstein. Sooft ich ihn sah, erfüllte mich Trost und Freude, denn ich spürte, dass in jenem Stern die ganze Kirche war, der Dreieinige Gott, die Allheilige Gottesmutter, die Engel, die Heiligen. Ich hatte das Gefühl, dass dort alle die Meinigen waren, die Seelen all derer, die ich liebte, meiner Altväter. Ich glaubte, dass auch ich, wenn ich aus diesem Leben schei­de, zu jenem Stern gehen würde, nicht wegen meiner Tugenden, son­dern wegen der Liebe Gottes. Ich wollte glauben, dass Gott, Der mich liebt, mir jenen Stern zeigte, um mir zu sagen: "Ich warte auf dich!"
Ich wollte nicht an die Hölle denken, an die Zollstationen. Ich dachte nicht an meine Sünden, obwohl ich viele hatte. Ich schob sie beiseite. Ich dachte nur an die Liebe Gottes und freute mich. Und ich bat: „Um Deiner Liebe willen, o mein Gott, lass auch mich dort sein. Doch wenn ich wegen meiner Sünden in die Hölle gehen muss, dann möge mich Deine Liebe hintun, wo sie will. Es genügt mir, wenn ich mit Dir zusammen bin.“ So viele Jahre lebte ich in der Wildnis mit der Liebe Christi. Ich sagte zu mir selbst: "Wenn du in den Himmel hinauf gehst und Gott zu dir sagt: Freund, wie kamst du hier herein, ohne ein hochzeitliches Gewand zu haben? (Mt 22,12), was willst du hier? Dann werde ich Ihm antworten: Was Du willst, mein Herr, was Deine Liebe will. Sie möge mich hintun, wo sie will. Ich übergebe mich Deiner Liebe. Wolltest Du mich selbst in die Hölle schicken, so schicke mich. Mir genügt es, wenn ich Deine Liebe nicht verliere!
Ich war mir meiner Sündhaftigkeit bewusst, und deshalb sagte ich innerlich ununterbrochen das Gebet des heiligen Symeon des Neuen Theologen:

"Ich weiss, o Retter, keiner hat wie ich
sich gegen Dich versündigt,
keiner tat, was ich getan.
Doch auch das nun weiss ich:
Grösser als alle meine Sünden,
als jede Menge Fehler,
ist die Langmut meines Gottes,
Seine unfassbare Liebe zu den Menschen."
(3)

Was dieses Gebet sagt, sind nicht unsere Worte. Wir sind nicht imstand, solche Worte zu denken und zu sagen. Sie wurden von Heili­gen geschrieben. Doch was die Heiligen geschrieben haben, das soll sich unsere Seele zu eigen machen, es empfinden und es leben. Mir gefallen auch jene anderen Verse desselben Gebets:

"Nichts entgeht Dir, o mein Gott,
mein Schöpfer und Erretter,
keine einzige Träne,
auch nicht das geringste Tröpfchen.
Als ich noch ungestaltet war,
da sahen mich schon Deine Augen,
und in Deinem Buche steh’n geschrieben,
meine Taten, die noch nicht begangen.
Siehe meine Armut,
sieh auch meine Mühsal!
und erlasse, o Gott aller,
mir die Sünden alle…"


Dieses Gebet wiederholte ich unablässig, mit Sehnsucht, um jenen
Gedanken zu entgehen. Sooft ich es wiederholte, erschien oben im Unendlichen der Stern, meine Tröstung. Er kam an allen jenen Tagen, da ich grosse Schmerzen litt. Und wenn er kam, sprang meine Seele vor Freude, und ich sagte bei mir: "Mein Stern ist gekommen!" Ich spür­te, wie er mich zog, damit ich zu ihm gehe, weg von der Erde. Ich emp­fand grosse Freude, wenn ich ihn sah. Ich wollte nicht an meine Sünden denken, wie ich euch sagte, denn jene hätten mich von jenem Mysterium entfernt. Nur einmal, nur einziges Mal hatte ich das Gefühl, der Stern sei leer, er funkelte nicht, er war nicht voll. Da begriff ich. Das kam vom Widersacher. Ich ignorierte ihn und wandte mich anders­wohin, ich sprach mit meiner Schwester über irgendwelche Arbeiten. Nach einer kurzen Weile sah ich ihn wieder hell strahlen, und die Freude kehrte noch intensiver zurück in mich.
Diese ganze Zeit über hatte ich entsetzliche Schmerzen am ganzen Leib. Die anderen sahen, dass ich im Sterben lag. Ich aber hatte mich der Liebe Gottes übergeben. Ich bat Ihn nicht, mich zu erlösen von den Schmerzen. Wonach ich mich sehnte, war, dass Er sich meiner erbar­me. Ich verliess mich auf Ihn und wartete darauf, dass Seine Gnade wirke. Den Tod fürchtete ich nicht. Ich würde ja zu Christus gehen. Wie ich euch sagte, wiederholte ich ununterbrochen das Gebet des heiligen Symeon des Neuen Theologen, doch nicht mit Eigennutz, nicht damit Gott mich gesund mache. Ich empfand jedes einzelne Wort des Gebets. Das Geheimnis in der Krankheit ist, zu kämpfen, damit du die Gnade Gottes erlangst

Krankheiten bringen uns grossen Nutzen, wenn wir sie ohne Murren
ertragen und Gott verherrlichen dafür und Sein Erbarmen suchen. Wenn wir erkranken, geht es nicht einfach darum, dass wir keine Medika­mente nehmen oder zum heiligen Nektarios beten. Wir müssen auch jenes andere Geheimnis wissen: wir müssen kämpfen, damit wir die Gnade Gottes erlangen. Das ist das Geheimnis. Alles weitere wird uns die Gnade lehren, das nämlich: wie wir uns ganz Christus überlassen. Wir ignorieren die Krankheit, wir denken nicht an sie, sondern wir den­ken an Christus, sachte, unmerklich, ohne Eigennutz, und Gott wird Sein Wunder vollbringen, so wie es heilsam ist für unsere Seele. Wie wir in der Göttlichen Liturgie sagen: Lasst uns… unser ganzes Leben Christus unserem Gott übergeben (4).
Doch wir müssen sie wollen, diese Nichtbeachtung der Krankheit. Wenn wir es nicht wollen, ist es schwer. Wir können nicht einfach sagen: "Ich ignoriere sie." Denn während wir meinen, wir ignorierten sie und mässen ihr keine Bedeutung bei, tun wir in Wirklichkeit das Gegenteil und haben sie ständig im Sinn, sodass wir in uns keine Ruhe finden können. Ich will es euch beweisen. Wir sagen: "Ich glaube, dass Gott mich heilen wird. Ich nehme keine Medikamente. Ich werde es so machen: Ich bleibe die ganze Nacht wach und bitte Gott in dieser Sache. Er wird mich erhören." Wir beten die ganze Nacht, wir bitten, flehen, ersuchen, rufen, nötigen Gott und alle Heiligen, uns gesund zu machen. Wir drängen sie Tag und Nacht. Wir rennen hierhin, dorthin. Zeigen wir mit alledem nicht, dass wir die Krankheit nicht ignorieren? Je mehr wir beharren und die Heiligen und Gott nötigen, uns zu heilen, desto mehr leben wir unsere Krankheit. Je mehr wir uns bemühen, sie loszuwerden, umso mehr erfahren wir sie. Aus diesem Grund geschieht nichts. Wir aber haben den Eindruck, dass unweigerlich ein Wunder geschehen wird. Doch in Wirklichkeit glauben wir es gar nicht, und so werden wir nicht gesund.
Wir beten, wir nehmen keine Medikamente, doch wir finden keine Ruhe, und das Wunder geschieht nicht. Du wirst sagen: "Aber ich nahm kein Medikament, wie ist es möglich, dass ich nicht glaube?" Und den­noch, zutiefst in uns hegen wir Zweifel und haben Angst und denken: "Ob es wohl geschehen wird?" Hier gilt das Schriftwort: Wenn ihr Glau­ben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur das tun, was mit dem Feigenbaum geschehen ist, sondern wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb dich hinweg und stürze dich ins Meer! So wird es geschehen (Mt 21, 21). Wenn der Glaube echt ist, dann wirkt er, ob du nun Medika­mente nimmst oder nicht. Auch durch die Ärzte und die Medikamente wirkt Gott. Die Weisheit Sirachs sagt: Ehre den Arzt mit den Ehren, die ihm geschuldet sind, denn der Herr hat ihn erschaffen… Gott hat aus der Erde Arzneien erschaffen, und der besonnene Mann wird sie nicht ver­schmähen. .. Auch dem Arzt gib seinen Platz, denn auch ihn hat der Herr erschaffen. Er sei nicht fern von dir, denn auch er ist nötig (Sir 38,1; 4; 12).
Das ganze Geheimnis ist der Glaube, zweifelsfreier, sanfter, einfa­cher und aufrichtiger Glaube. In Einfachheit und Aufrichtigkeit des Herzens (Weisheit Salomos 1,1). Es ist nicht eine Angelegenheit von "Willensmacht". Die "Willensmacht" mag ein Fakir anwenden. Was uns angeht, lasst uns den festen Glauben haben, dass Gott uns über alles liebt und will, dass wir Ihm angehören. Deshalb erlaubt Er, dass Krank­heiten uns heimsuchen, bis wir uns vertrauensvoll Ihm übergeben.
Lieben wir Christus, und alles wird sich ändern in unserem Leben. Lieben wir Ihn nicht in Erwartung einer Gegenleistung, zum Beispiel der Gesundheit, sondern lieben wir Ihn mit Sehnsucht, aus Dankbar­keit, ohne an irgendetwas anderes zu denken als an die göttliche Liebe. Noch auch sollen wir mit einer bestimmten Absicht beten und zu Gott sagen: "Mach jene Person gesund, damit sie zu Dir kommt." Es ist nicht recht, Gott Ratschläge zu geben, wie Er den Leuten helfen soll. Wie können wir zu Gott sagen: "Mach mich gesund?" Was können wir Demjenigen bekanntmachen, Der alles weiss?
Wir werden zwar beten, doch es kann sein, dass Gott uns nicht erhören will.

Jemand fragte mich kürzlich:
– Wann werde ich genesen?

– Ah, sagte ich zu ihm, wenn du sagst: Wann werde ich genesen? wirst du nie genesen. Es ist nicht recht, Gott in solchen Dingen zu bit­ten. Du bittest Gott angstvoll, dass er die Krankheit von dir nehmen möge, doch da umarmt sie dich noch mehr. Wir sollen nicht um solches bitten, noch auch sollst du beten dafür.

Er erschrak und sagte:

–   Was? Ich soll nicht beten?
–   Gott bewahre! antwortete ich ihm. Du wirst beten und sogar sehr ausgiebig, doch dafür, dass Gott dir deine Sünden vergibt und dir die Kraft schenkt, Ihn zu lieben und dich Ihm zu übergeben. Denn je mehr du betest, dass die Krankheit verschwinde, umso mehr wird sie dir anhaften und dich umarmen und dich drücken, sie wird sich nicht tren­nen wollen von dir. Doch natürlich, wenn du als Mensch eine innere Schwierigkeit und Schwäche empfindest, dann bitte den Herrn in aller Demut, die Krankheit von dir zu nehmen.

Überlassen wir uns vertrauensvoll der Liebe Gottes

Wenn wir uns Christus übergeben, findet unser geistiger Organis­mus Frieden, mit dem Ergebnis, dass alle Organe und Drüsen so funk­
tionieren, wie sie sollen. Alle werden positiv beeinflusst. Wir fühlen uns wohl, hören auf zu leiden. Und hätten wir selbst Krebs, wenn wir alles Gott überlassen und unsere Seele zur Ruhe kommt, kann es sein, dass die göttliche Gnade durch diese Ruhe wirkt, sodass der Krebs und alles andere verschwindet.
Wenn ihr es wissen wollt – auch Magengeschwüre werden durch nervliche Belastung verursacht. Wenn das sympathische System unter Druck gesetzt wird, verkrampft es sich und nimmt Schaden, und so bil­det sich das Geschwür. Einmal, zweimal, dreimal Zwänge, Kummer, Beklommenheit, und schon ist ein Magengeschwür da, ein gutartiges oder ein bösartiges, je nachdem. Wenn in der Seele Verwirrung herrscht, beeinflusst auch dies den Organismus, und die Gesundheit leidet.
Das Vollkommene ist, dass wir überhaupt nicht beten für unsere Gesundheit. Beten wir nicht, damit es uns gut geht, sondern damit wir gut werden. Ich selbst bete auf diese Weise für mich. Hört ihr, was ich sage? Nicht gut im Sinn von tugendhaft, sondern in dem Sinn, dass wir göttlichen Eifer erwerben, dass wir uns vertrauensvoll der Liebe Gottes überlassen und vielmehr für unsere Seele beten – unsere Seele verstan­den als der Kirche einverleibt, deren Haupt Christus ist – zusammen mit allen unseren Mitmenschen und mit allen Brüdern und Schwestern in Christus.
Ich öffne meine Arme und bete für alle. Vor dem Heiligen Kelch, bevor ich die Göttliche Kommunion empfange, öffne ich meine Seele, damit sie den Herrn aufnehme, und neige mein Haupt und bete für euch, für diesen, für jenen, für die ganze Kirche. Tut auch ihr dasselbe. Begreift ihr? Betet nicht für eure Gesundheit. Sagt nicht: "Herr, mach mich gesund." Nein! Sondern: "Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner", ohne Eigensucht, mit Liebe, ohne irgendetwas zu erwarten. "Herr, was immer Deine Liebe will…" In solcher Weise nur arbeitet von nun an, indem ihr Christus und eure Brüder und Schwestern liebt. Liebt Christus. Werdet Heilige. Werft euch in nichts anderes als in die Freundschaft mit Christus, in Seine Liebe, in den göttlichen Eros.
Geschieht es etwa nicht auch mir, der ich jenen Eifer empfinde, jene Anbetung, dass ich mich der Krankheit nicht unterwerfe, noch auch dem Krebs, selbst wenn ich spüre, dass mein Leib ganz zerrüttet ist? Ich sollte nicht sprechen, doch meine Liebe zu euch und zu aller Welt erlaubt mir nicht, zu schweigen. Während ich spreche, bleiben meine Lungen ohne Sauerstoff, und das ist sehr übel, weil das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich habe etwas erlitten, das schlimmer ist als ein Infarkt… Doch ich lebe. Ist das etwa nicht ein Eingriff Gottes? Doch, und ich gehorche dem Willen Gottes in der Krankheit. Ich ertra­ge alles ohne Murren…, nur gegen mich murre ich, denn keiner ist rein von Makeln (vgl. Hiob 14,4). Ich bin schlimm dran, auch mein Geist ist krank.

Ich sage zu einem Eremiten, mit dem ich in Verbindung stehe:

–   Bete für mich. Ich liebe dich! Liebe auch du mich und hab Mit­leid mit mir und bete für mich, damit Gott sich meiner erbarmt.

–   Du bete, sagt er zu mir.
–   Ich fange jetzt an, erwidere ich, all dessen zu ermangeln, was ich soviele Jahre lang getan habe. Wie sagt es ein Troparion:
"Der Sinn ist verwundet, der Leib geschwächt, es krankt der Geist, das Ende steht vor der Tür, was wirst du tun, o unglückliche Seele, wenn der Richter kommt zur Prüfung deines Tuns?"
(5)
Dieser Vers gilt für mich, darin sehe ich mich. Ich sinne nach, wenn ich dies und jenes nicht getan hätte, würde ich jetzt nicht Schmerzen leiden, dann wäre ich näher bei Christus. Ich sage das über mich selbst, der ich unbesonnen bin.
Wenn ihr Gesundheit und ein langes Leben wollt, so hört, was der weise Salomo zu sagen hat: Der Anfang der Weisheit ist die Gottes­furcht, und der Rat der Heiligen ist Einsicht. Das Gesetz zu kennen andrerseits ist das Merkmal eines edlen Geistes. Auf diese Art wirst du lange leben, und Jahre des Lebens werden dir dazugegeben werden (Sprichwörter 9, 10-11, nach LXX). Hier liegt das Geheimnis – dass wir jene Weisheit, jenes Wissen erlangen, und dann wird alles gut funk­tionieren, alles wird in Ordnung kommen, und wir werden in Freude und Gesundheit leben.
_______________
(1) Der ehrwürdige Altvater litt an folgenden Krankheiten: Myocard-Infarkt des vorderen Diaphrag­mas mit lateraler Ischaemie, chronisches Nierenleiden, Geschwür im Zwölffingerdarm mit wie­derholter Perforation, operierter Katarakt mit Verlust der Linse und gänzlicher Erblindung, Gürtelrose im Gesicht, Staphylokokken-Dermatitis auf der Hand, Leistenbruch, oft eingeklemmt, chronische Bronchitis und Hypophysen-Krebs. Siehe Artikel von Dr. Georgios Papazachou (+ 2001) in der Zeitschrift Σύναξη Nr. 41, Jan-März 1992. (2) Dies geschah im Jahr 1983.
(3) Vorbereitung auf die Göttliche Kommunion, 7. Gebet.
(4) Grosse und Klein Litanie u.a.

(5) Triodion, Donnerstag der 5. Fastenwoche, Grosser Busskanon des hl. Andreas von Kreta, 9. Ode, 1. Vers.
(„Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia -LEBEN UND LEHRE“ Hl. Kloster Chrysopigi, Chania, Kreta 2006)

LOGISMOI: Über Gedankenbilder und deren Bewältigung (Von Benedikt Mönchspriester auf dem Heiligen Berg Athos)



Unter den vielen Problemen, mit vor denen der betende Mensch steht, ist auch das Problem der Logismoi (beharrliche Gedanken).
Dieses Büchlein ist keine gründliche Studie über das wichtige Thema der Logismoi; es ist nur eine Rede, die vor langer Zeit gehalten wurde. Hier wird sie etwas aufgearbeitet vorgestellt, ohne dass sie sich von ihrer anfänglichen Gestalt als Rede entfernt.
Es sind viele, die gegen unsittliche Logismoi kämpfen, zahlreiche jedoch geraten wegen der Logismoi aus der  Fassung, werden konfus und verlieren sogar ihren Verstand.
Dieses Büchlein ist ein Versuch, der dem kämpfenden Christen Beistand, zum Verstehen der Logismoi leisten soll: was sind die Logismoi, woher stammen sie, was sind ihre Folgen und wie kann man sie bewältigen.
Wem diese kleine Arbeit von Nutzen ist, ob Mann oder Frau, möge für alle, die sich bemüht haben, beten.
B. M.

1. Der harte Kampf
Es wurde sehr oft gesagt, dass das Gebet für den Betenden eine dynamische, nützliche und gottgefällige Handlung ist.
Diese Tatsache reizt den Teufel und führt ihn dazu, den Betenden zu widerstehen.
Der Gläubige in seiner Sehnsucht sich mit Gott zu vereinigen, stoßt auf systematisch organisierte dämonische Hindernisse und steht somit vor einem ungeheuren, geplanten Angriff.
Wegen dieses geplanten Angriffs wird das Gebet zu einer sehr anstrengenden Handlung und bedarf vieler Mühe. Deshalb betont einer der Wüstenväter: «Es gibt keine größere Anstrengung als das Gebet zu Gott um bis zum letzten Atemzug beten zu können, muss man kämpfen».
Es ist nicht nur das Gebet, das erschöpft, es ist vielmehr der harte und unerbittliche Widerstand der Dämonen, der das Gebet richtig mühsam macht.
Der Hass der Dämonen also gegenüber denjenigen, die beten, ist eine Tatsache. Der Angriff der Dämonen gegen die betenden Menschen besteht aus zwei Formen: aus einer sichtbaren und einer unsichtbaren; er trifft sowohl Arglose wie auch Abgeklärte. Bei den ersteren erfolgt öfters ein sichtbarer Angriff. Durch Lärm oder Gegenstände verursachen die Dämonen Unruhe, um die Aufmerksamkeit abzulenken. Beide aber, Arglose wie Abgeklärte, werden hauptsächlich durch die Logismoi angegriffen.
***
Einen harten Kampf also unternimmt derjenige, der gegen die Logismoi kämpft, weil sie das größte Hindernis für die geistige Bildung und Vollkommenheit des Menschen sind. Und diese Vollkommenheit kann nicht anders erreicht werden, als nur durch die ständige Anrufung des Namens unseres Herrn Jesus Christus.
Und muss die Anrufung zwar häufig sein, weil, wie der heilige Gregor der Theologe betont, "es ist, Gott zu gedenken, als zu atmen".
Es gibt jedoch diesen inneren Krieg. Kein anderer Krieg ist grausamer, als ein absurder Logismos, der sich in unsere Seele eingenistet hat. Alles, was aus unserem Inneren kommt, ist viel schwerwiegender, als alles andere, was uns vom außen angreift. Der Wurm, der im Holz geboren wird, frisst es von innen her auf. Die Krankheiten, die aus unserem Inneren auftauchen, sind heimtückisch und bewirken ein größere Zerstörung, als die durch äußere Einwirkungen. Nicht Feinde von außen haben viele mächtige Staaten zerstört, sondern die inneren Feinde.
So kann auch die Seele nicht so sehr durch äußere Einwirkungen verdorben werden, wie durch Leiden, die tief in uns drinnen wachsen, nämlich durch unsittliche und gotteslästerliche Gedanken (Logismoi)

2. Die Logismoi und ihre Herkunft

Was sind die Logismoi und wo kom­men sie her?
Reden wir über Logismoi, so meinen wir nicht nur die Gedanken, sondern auch die Bilder und Vorstellungen, mit denen die entsprechenden Gedanken eng verbunden sind. Die
Bilder also, zusammen mit den zugehörigen Gedanken werden Logismoi genannt.
Erste und wichtigste Ursache der Logismoi ist die Erbsünde. Bis davor war der menschliche Geist «ungeteilt» , d.h. war nur auf Gott gerichtet und wurde durch nichts abgelenkt. Seit dem Eintritt der Erbsünde begann der Logismos des Streites, der Zwietracht zu wirken, gefolgt von allen anderen Logismoi.
Zweite Ursache, die die Logismoi bewirkt, sind die Sinnesorgane, wenn diese nicht vom Verstand, von ihrem Führer gelenkt werden, besonders das Hören und das Sehen. Vor allem heutzutage, nehmen die Sinne auf Grund des Fortschritts viel mehr Reize wahr als je zuvor. Auch deswegen ist der Kampf gegen die Logismoi intensiver geworden.
Dritte Ursache sind die Leiden­schaften, die dem Menschen innewohnen. Diese «nehmen die Dämonen als Anlass , wecken in uns bösartige Logismoi».
Vierte und grundlegende Ursache sind die Dämonen selbst. Der heilige Gregor vom Sinai betont ausdrücklich: «Die Logismoi sind Gerede der Dämonen und Vorläufer der Leidenschaften».
Der heilige Isaak der Syrer hebt hervor, dass die Logismoi nicht nur durch «den in uns von Natur aus vorhandenen Willen» sondern auch durch die Neigungen, durch die Sehnsucht und die Begierden der Seele hervor­gebracht werden.
Letztere sind besonders intensiv bei den Mönchen, die deswegen öfters sehr hart während des Überfalls solcher Logismoi kämpfen müssen. Der heilige Maximus der Bekenner betont, dass dieser Kampf viel schwerer ist als der sinnlich wahrnehmbare Krieg.
Listige [boshafte] Logismoi können auch von der Leibeskonstitution, von den alltäglichen Essgewohnheiten sowie von den Körperbewegungen ausgehen.
In all diesen Gründet haben die unsittlichen Logismoi ihrer Quelle, ihren Ursprung.

3. Der Weg in die Welt der Sünde
Die Sünde kann von außen gesehen, als ein gewöhnliches Ereignis, wie z.B. ein Verkehrsunfall oder ähnliches, erscheinen. Bis zum Eintritt dieses Ereignisses sind eine Reihe untereinander verketteter Ereignisse vorausgegangen. Für das Geschehen eines Mordes, zum Beispiel, sind im menschlichen Verstand tausende von Gedanken und Planungen vorausgegangen. Der men­schliche Geist ist bis zur Durchführung des Mordes ein richtiges Hauptquartier des terroristischen Logismos geworden.
So ähnlich ist es auch beim Zustan­dekommen jeglicher anderer Sünde. Im Labor, das man menschlicher Geist nennt, sind ausführliche Studien und Planungen vorangegangen, ohne dass es jemand bemerkt hat!
Und der Anfang war ein einfacher, gewöhnlicher Logismos…
Begeben wir uns nur weiter auf den Weg ins Land der Sünde nach der Attacke eines einfachen Logismos.
Dass ein Gedanke oder ein Bild in unserem Geist einfach auftritt, dafür sind wir nicht verantwortlich. Es ist dann auch nicht schwer, sie abzuwehren. Von dem Moment allerdings, wo wir die Tür diesem Gedanke öffnen und anfangen mit ihm zu diskutieren und darüber nachzudenken, nimmt in uns der Logismos Platz und wird zum herrschenden Logismos.
Der Logismos ist, im Grunde genommen, der Anlauf in die Sünde.
Beobachten wir diesen Verlauf für eine Weile, der für uns ähnlich vonstatten geht wie die Entwicklung und der Verlauf einer Krankheit im menschlichen Körper. Im menschlichen Organismus gehen ver­schiedene Wechselwirkungen bis zum Ausbruch der Krankheit und der Einweisung in ein Krankenhaus voran; so ähnlich ist es, bis es zur Vollendung der Sünde kommt. Ein großer Kampf, eine Unmenge von Wechselwirkungen sind vorausgegangen, in jenem Labor, das menschlicher Geist genannt wird. Und ähnlich   wie bei der Geburt eines Kindes haben eine ganze Reihe von Ereignissen, von der Empfängnis über die monatelange Schwangerschaft [bis zur Geburt] stattgefunden, so geht auch der Sünde ein komplizierter Mechanismus voraus: die Empfängnis der Logismoi, die Schwangerschaft mit der Sünde und ihre Geburt .
Der heilige Nikodemos vom Heiligen Berg Athos ist der Ansicht, dass der Logi­smos der Anfang, das Zentrum, die Wurzel ist, wo der Stamm, die Zweige, also der gan­ze Baum der Sünde seinen Ursprung hat.
Das Übel beginnt mit dem ersten Logismos und weitet sich dann aus. Wenn man einen Stein in einen Brunnen wirft, bewirkt die Welle am Anfang einen kleinen Kreis, dieser kleine Kreis schafft einen größeren, dieser einen noch größeren bis die Welle sich an der Brunnenwand bricht.
So ist es auch bei der Sünde. Vor ihrer Vollendung gehen aufeinanderfolgend diver­se Mechanismen und Vorgänge voraus.

4. Die Stadien der Sünde
So können wir drei Stadien auf dem Weg ins Land der Sünde unterscheiden:
a) die Anfechtung, b) die Einwilligung und c) die Gefangenschaft.
Wie kommt dieser Mecha­nismus in Gang? Er läuft wie folgt ab: Irgend ein boshafter Logismos (Eitelkeit, Geldgier, Verur­teilung u.s.w.) dringt in den menschlichen Verstand ein.
Die Versuchung arbeitet mit der Phantasie. Präsentiert wird ein Szenario wie es verlockender nicht möglich ist. So wird die Anfechtung [das Angebot] attraktiver und stärker.
Bis zu diesem Zeitpunkt trägt der Mensch keine Verantwortung. Das ist das erste Stadium, die Anfechtung, ein Überfall des Feindes oder, einfacher ausgedrückt, das Klopfen an der Tür. Diese Situation ist naturbedingt. Es ist unmöglich, dass ein Mensch existiert, der von den Logismoi nicht angefochten wird. Der heilige Efraim der Syrer sagt, dass wie im Garten natür­licherweise neben dem Kraut auch das Unkraut wächst oder wie die Inseln rund­herum von Wellen geschlagen werden, so kommt auch der Mensch unausweichlich in Kontakt mit der Anfechtung der Logismoi.
Ab jetzt beginnt das Stadium der Bereitschaft zur Sünde. Anfang des Kampfes ist die Anfechtung. Wenn der Mensch sich von ihr fernhält und mit ihr ohne Neugier umgeht, dannkann er sich retten und wird ohne weiteres von den jämmerlichen Konsequenzen verschont.
Wenn er sich aber, in eine Diskussion mit dem boshaften Logismos einlässt, öffnet er ihm schon die Tür [10], auch wenn dieser gerade zuvor einfach nur angeklopft hat, schließt Freundschaft mit ihm und ist dann reif für die Einwilligung zur Sünde. Die Zustimmung ist das zweite Stadium zur Durchführung der Sünde.
Der Mensch begeht jetzt, mit seinem Selbst als Hauptdarsteller, im innersten und geheimsten seiner Seele die Sünde: er tadelt, lästert Gott, treibt Unzucht, geht fremd, begeht Morde und unzählige Verbrechen und tut in Gedanken alles, was der menschliche Verstand sich vorstellen kann, [oder auch nicht, bzw. sich gar nicht vorstellen will.]
Danach bleibt nichts anders übrig als das dritte Stadium der Sünde, nämlich ihre aktive Verwirklichung durch den Menschen selbst, dessen Verstand zuvor ein Gefangener des Logismos geworden war. Der Mensch kann den Logismos nicht mehr bestimmen, sondern wird von ihm bestimmt. So erreicht der Logismos, anfangs mit einem einfachen Klopfen an der Tür, d.h. mit der Anfechtung durch das Öffnen derselben, die Zustimmung und schließlich siegreich fortschreitend  sein  Ziel,  den  Vollzug  der Sünde.
Das ist der Weg in die Sünde, der mit einem einfachen Logismos seinen Anfang nimmt.

5. Die Leidenschaften Quelle hinterlistiger Logismoi
Bis der Mensch stirbt, solange also die Seele in seinem Körper wohnt, ist es un­möglich, durch Logismoi nicht angegriffen zu werden.
Grundursache der Logismoi ist der Krieg des Teufels. Die meisten Logismoi stammen von ihm. Sein Ziel ist es, den Menschen in die Sünde zu stürzen, sei es in Gedanken oder durch Taten. Der heilige Makarios der Ägypter nennt geistiges Fremdgehen die Zustimmung zu den hin­terlistigen Logismoi. Deshalb sagt er, dass «man die Seele keusch halten soll, weil sie die Braut Christi ist».
Meist ähneln die Logismoi einem reißenden Strom , vor dem der Mensch oft in Panik gerät. Deswegen bekriegen uns die Dämonen zuerst mit den Logismoi und dann mit realen Dingen.
Geben wir nach, dann schieben sie uns ganz langsam in die durch Taten vollbrachte Sünde.
Der heilige Johannes von Damaskus sagt uns, dass die Hauptlogismoi des Bösen acht sind, nämlich: Gefräßigkeit, Unzucht, Geldgier, Zorn, Trauer, Trägheit, Eitelkeit und Hochmut [Übererheblichkeit].
Ein anderer wird uns sagen, dass die grundlegende Leidenschaft des Menschen, wovon sich alle andere Leidenschaften her­leiten, die Eigenliebe ist. Sie ist die übertriebene Liebe und Sorge um uns selbst. Und das ist die Leidenschaft des heutigen Menschen. Aus der Eigenliebe kommen die drei Hauptlogismoi: Gefräßigkeit, Eitelkeit und Übererheblichkeit. Aus diesen drei leiten sich alle anderen Logismoi ab.

6. Einteilung der Logismo